Ernährung

Bisherige Erfahrungen haben mir ganz häufig gezeigt, dass Verhaltensprobleme oft mit der Ernährung und Gesundheit der Tiere einhergehen. Denn fühlt sich eine Katze nicht wohl, ob physisch oder psychisch, neigt sie häufiger zu Auffälligkeiten als eine gesunde, sich rundum wohlfühlende Katze. Die Bücher von Dr. Jutta Ziegler zeigen beide anhand vieler Fallbeispiele sehr deutlich auf, was die Ernährung unserer Tiere ausmachen und wozu falsche Ernährung führen kann. Im Rahmen meiner Ausbildung zur Ernährungsberaterin konnte ich mein Wissen darüber vertiefen und bereits schon vielfach anwenden.

Katzen sind von Natur aus fast reine Fleischfresser, sog. Carnivore, weshalb sich die natürliche Art der Ernährung auch im Futternapf wiederfinden sollte. Sieht man sich die Zusammensetzung ihrer natürlichen Beute mal genauer an, wie z. B. die einer Maus, fällt zuerst mal der hohe Gehalt an Flüssigkeit von durchschnittlich 70% auf, weitere Anteile sind Eiweiße, Fette und Mineralstoffe. Ihren Flüssigkeitsbedarf bezieht die Katze daher fast ausschließlich über ihre Beute. Demnach sollte die Nahrung also hauptsächlich aus hochwertigen, tierischen Eiweißquellen bestehen, nur einen minimalen Anteil an pflanzlichen Zutaten aufweisen und sämtliche Nährstoffe in ausreichender Dosierung enthalten. Fakt ist aber: Hochwertigstes Dosen- bzw. Nassfutter finden Sie weder im Supermarkt noch in diversen Tier-Discounter-Ketten. Die Werbung suggeriert dem Verbraucher zwar gerne, nur das "Beste" für Ihr Tier zu tun und das in "Premiumqualität", doch ist es eher die Regel dass mindere Fleischqualität, billige Füllstoffe wie Tiermehle aus Tierverwertungsanlagen, Zucker, genverändertes Soja und Getreide im Tierfutter enthalten sind. Nierenkrankheiten, Diabetes, Harnwegsleiden, Zahnfleischentzündungen, Allergien, Übergewicht usw. - Krankheiten unter denen unsere Katzen aufgrund falscher Ernährung heute leiden müssen!  Auf Dosen mit hochwertigem Futter sollte eine offene Deklaration zu finden sein was bedeutet, dass alle Inhaltsstoffe einzeln aufgeführt sein müssen. Zusatzstoffe und künstliche Vitamine haben da nichts zu suchen. Und lassen Sie sich nicht täuschen - der Hinweis "enthält keine künstlichen Konservierungsstoffe" ist meist nur ein Ablenkungsmanöver ( s. hierzu auch B.A.R.F.).

Folgende Merkmale machen ein gutes, hochwertiges Nassfutter aus:

 

Trockenfutter

Trockenfutter ist die Antwort der Industrie auf die Bedürfnisse berufstätiger Katzenhalter und keine artgerechte Ernährung für Katzen! Es mag vielleicht angenehmer riechen, appetitlicher aussehen und man kann es bequem den ganzen Tag stehen lassen, mit dem Wissen dass Katze versorgt ist. Leider mögen die meisten Katzen Trockfutter auch noch sehr gerne (so wie die meisten Menschen Süßigkeiten mögen), es gibt regelrechte "Trockenfutter-Junckies" unter ihnen, wovon auch ich zwei Zuhause hatte. Doch Trockenfutter entzieht dem Katzenorganismus mehr Wasser, als die Katze in der Regel zu sich nimmt um das wieder auszugleichen. "Um bei Trockenfutternahrung ausreichend Flüssigkeit zu erhalten, müsste die Katze analog zur gefressenen Menge an Trockenfutter die 3fache Menge Wasser trinken" (Dr. med. vet. Ziegler). Da Katzen aber freiwillig nicht viel Wasser zu sich nehmen, kann das zu einer Dauerüberlastung der Nieren führen, der Urin wird ständig zu stark konzentriert und durch ph-Wert Verschiebung kommt es zu Blasensteinen, Nieren- und Harnwegserkrankungen. Trockenfutter ist daher aufgrund des Fehlens des wichtigsten Nährstoffes Wasser, dafür seines Überschusses an pflanzlichen Inhaltsstoffen nicht zur vorwiegenden oder sogar alleinigen und dauerhaften Ernährung geeignet. Übrigens die Aussage, Trockenfutter verhindere die Bildung von Zahnstein ist schlichtweg falsch. Zahnstein bildet sich aus bakteriellen Belägen, die durch Einlagerung von Mineralien verhärten. Diese Beläge bilden sich vor allem durch kohlenhydratreiches Futter (Trockenfutter). Die Zuckerverbindungen die darin enthalten sind dienen als Haftmittel für Bakterien und stellen somit ein ideales Klima dar für deren Vermehrung. Durch pH-Wert-Verschiebung im Speichel wird die Zahnsteinbildung zusätzlich begünstigt.

Deshalb verzichten Sie bestenfalls ganz auf Trockenfutter oder wenn nicht anders möglich, dosieren Sie es in Relation zu Ihrem normalen Nassfutter (besser noch Sie nehmen Trockenfleisch statt Trockenfutter). Sie könnten es z. B. als seltene oder spezielle Belohnung einsetzen (bspw. beim Clickertraining) oder hin und wieder etwas davon in sog. Fummelbretter füllen, womit die Katze gleichzeitig beschäftigt sowie geistig gefordert ist und sich die Belohnung sozugsagen erarbeiten muss.   

Tipps zur Futterumstellung

 

von Trockenfutter (TF) auf Nassfutter (NF)

  • wenn TF den ganzen Tag bereit stand, dann zuerst Umstellung auf feste Fütterungszeiten (zwei bzw. dreimal täglich).
  • zu den festgelegten Fütterungszeiten dann jeweils einen halben Teelöffel (ggf. sogar weniger) Nassfutter unter das TF legen.
  • Menge des NF täglich langsam erhöhen bis man komplett bei NF angekommen ist, als Hilfe ggf. TF als "Deko" über NF streuseln.

 

von Nassfutter auf ein anderes Nassfutter

  • am Anfang einen halben bis ganzen Teelöffel neues Futter zum alten geben (ggf. über mehrere Wochen, je nach Mäkeligkeit der Katze)
  • danach täglich um dieselbe Menge steigern bis sich Relation mehr und mehr zum neuen Futter hin verschiebt

Sollte Ihre Katze den nächsten Schritt, also die jeweils nächst höhere Dosierung nicht akzeptieren und das Futter stehen lassen, dann gehen Sie wieder einen Schritt zurück zu der Menge, die sie akzeptiert und gefressen hat. Halten Sie diese Menge über längere Zeit bei und steigern dann nochmals. Eine weitere Hilfe kann evtl. auch die Zugabe von tierischem Fett sein wie Gänse- oder Schweineschmalz, da Katzen dies in der Regel sehr gerne mögen.

 

was Sie vermeiden sollten

  • lassen Sie Trockenfutter nicht den ganzen Tag frei zugänglich herumstehen
  • füllen Sie bereits geöffnete Dosen in Glasbehälter um, da das Futter in der Aludose durch den Oxidationsprozess einen anderen Geschmack annimmt (Plastik hat einen Eigengeruch den die Katze evtl. stören kann)
  • Nassfutter-Reste wegräumen und Fütterunszeiten einhalten
  • Futter nie direkt aus dem Kühlschrank füttern sondern mit "Beutetemperatur" (z. B. Futterschale mit heißem Wasser ausspülen , Futter im Wasserbad erwärmen oder etwas warmes Wasser ins Futter mischen)
  • Futter nicht in der Mikrowelle erhitzen (dadurch werden Moleküle zerstört mit der Folge, dass neue chemische Verbindungen entstehen die in der Natur unbekannt sind und daher vom Körper nicht erkannt werden, sog. tote Nahrung)
  • mit Leckerchen sparen (nur als Belohnungshäppchen wie z.B. beim Clickertraining)

Geben Sie außerdem nicht zu schnell nach, nur weil Ihre Katze das neue Futter vielleicht nicht gleich annimmt. Daraus könnte sich sonst ein für die Katze lustiges Spiel entwickeln, indem sie durch Nahrungsverweigerung Aufmerksamkeit und anderes Futter bekommt.

 

 

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